Nachhaltigkeit

Junge Sprossen in einem Bambuswald, Photo: Guillaume Bonnefont by Moso International B.V.

Bambus ist die nachhaltige Alternative

Eine Bambuspflanze besteht aus mehreren hohlen Stämmen. Jedes Jahr bildet die Pflanze neue Sprossen. Im Allgemeinen können in nachhaltig bewirtschafteten Plantagen oder Forsten jedes Jahr 20-25% der Stämme geschlagen werden. Durch die schnelle Bildung neuer Stämme nimmt ihre Anzahl pro Hektar dabei nicht ab. Aufgrund der selektiven Abholzung lebt die Pflanze also weiter und es findet per Definition kein Kahlschlag statt. Im Gegenteil: Mit dem Schlagen der ausgereiften Stämme verbessert sich nicht nur der Ertrag, sondern auch die Qualität des Bambus-Bestandes.

Gesundes Raumklima – niedrige Emissionen

Ein gesundes Raumklima ist extrem wichtig. Bambus ist zwar ein natürliches Material, doch zum Verleimen und Veredeln sind Zusatzstoffe (Lack, Öl, Wachs) erforderlich. Sie können gesundheitsschädliche Bestandteile wie Formaldehyd enthalten, die unter Umständen aus dem Endprodukt entweichen können. In Europa und den USA gibt es sehr strenge Regeln und Normen für die Emissionen dieser flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) in geschlossenen Räumen. So sind in Europa die Emissionen von Formaldehyd durch die Norm EN-717 stark begrenzt. Produkte, deren Emissionswerte dieser Norm entsprechen (also niedrigere Emissionen haben) sind mit ‘E1’ gekennzeichnet. Alle von Qin vertriebenen MOSO-Produkte entsprechen mindestens dieser Norm – einige sogar der strengsten: E0, kein Formaldehyd nachweisbar! Zudem sind alle von Qin vertriebenen MOSO Bambusböden nach der französischen Klassifizierung für emissionsflüchtige organische Verbindungen (VOCs) mit A und A+ eingestuft: die bestmögliche Klassifizierung.

Die Ökobilanz von Qin Bambusprodukten

Die Bewertung der Ökobilanz (Life Cycle Assessment LCA) ist die allgemein akzeptierte Methode zur systematischen Bewertung der Umweltauswirkungen eines Produkts oder Materials über den gesamten Lebenszyklus, also von der Gewinnung der Ressource bis zur Endphase durch Vernichtung und Recycling (von der Wiege bis zur Bahre). Die LCA Methodik ist international in der ISO14040-Serie standardisiert und misst die Auswirkungen auf die Umwelt in mehreren Kategorien, darunter Erschöpfung, Luftqualität (Staub, Smog), Toxizität, Global Warming-Potential (GWP). Die Umweltauswirkungen von Produkten können in einer Gleichung ausgedrückt werden, zum Beispiel als Umweltkosten. Angesichts der immer grösseren Aufmerksamkeit in Bezug auf globale Erwärmung, wird das GWP von Produkten oft getrennt veranlagt in einem sogenannten Kohlenstoff-Fußabdruck. Bei dieser Bewertung werden alle Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus eines Produktes in kg CO2-Äquivalent gemessen. Die zwei führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet des LCA, Carbon Footprint und Bambus sind die Delft University of Technology www.tudelft.nl und das Internationale Netzwerk für Bambus und Rattan www.inbar.int. Diese beiden Institutionen haben eine Reihe von wissenschaftlichen Publikationen einschließlich einer offiziellen Life Cycle Bewertung (einschließlich Klimabilanz) nach ISO 14040 und 14044 Standard durchgeführt. Diese sind weiter unten unter Weitere Referenzen aufgeführt.

Die offizielle Ökobilanz zeigt, dass Bambus ein wichtiger CO2-Fixierer ist.

Dies bedeutet, dass Bambus während seines Wachstums und Lebens bis zur Ernte, eine relativ grosse Menge CO2 aus der Atmosphäre aufnimmt und gleichzeitig eine gleich grosse Menge an Sauerstoff (O2) durch die Photosynthese abgibt. Da die Fläche der Moso Bambusplantagen weltweit stetig wächst, ist eine zunehmende Menge an CO2 in den Plantagenpflanzen dauerhaft eingeschlossen.

Nach der Ernte verbleibt dieses CO2 dauerhaft im Bambusmaterial eingeschlossen und wird nur wieder freigegeben, wenn das Material am Ende seines Lebenszyklus recycelt und verbrannt wird. Dies geschieht vorzugsweise in Anlagen zur Erzeugung von Strom, in denen es als Ersatz von kohlenstoffintensiven, fossilen Brennstoffen verwendet wird. Damit können nach der LCA Methodik zusätzliche CO2 Emissionsgutschriften erzeugt werden. Auf der anderen Seite wird CO2 freigesetzt durch Maschinen und Transportmitteln, die benötigt werden, um die Bambusprodukte zu produzieren und sie zu den Endverbrauchern zu bringen. Für uns ist es sehr wichtig, die Emissionen von Treibhausgasen während dieser Prozesse so niedrig wie möglich zu halten, zum Beispiel durch eine effiziente Produktion und die Verwendung von Sägemehl als Energiequelle, Direktvertrieb mit kurzen Wegen und CO2 neutraler Verpackung. Die CO2-Bilanz eines Produkts kann über den gesamten Lebenszyklus bestimmt werden. Dabei werden die Emissionen bei Herstellung, Transport und Verwendung mit der CO2-Bilanz eines Produkts durch den Vergleich der CO2-Fixierung und die Substitution fossiler Brennstoffe in der End-of-Life-Phase bestimmt. Wenn die Emissionsgutschriften durch die CO2-Fixierung und Substitution fossiler Brennstoffe grösser als die CO2-Emissionen sind, ist das Produkt CO2-neutral.

Der Ökobilanz-Bericht beurteilt Moso Bambusprodukte als CO2-neutral oder besser über den vollständigen Lebenszyklus.

Die zunehmende Geschwindigkeit im Einsatz erneuerbarer Materialien im Hinblick auf die jährliche Rendite in Kubikmetern pro Hektar ist in dieser Ökobilanz noch nicht erfasst. Dies ist ein zusätzlicher Umweltvorteil der nachwachsenden Rohstoffe im Allgemeinen und im Besonderen für die meisten schnell wachsenden Materialien wie Moso Bambus.

Weitere Referenzen

J.G. Vogtländer (2011). Life Cycle Assessment and Carbon Sequestration- Bamboo products of MOSO International. Delft University of Technology

P. van der Lugt, J.G. Vogtländer, J.C. Brezet (2009). Bamboo, a Sustainable Solution for Western Europe; Design Cases, LCAs and Land-use. VSSD publishers, Delft, the Netherlands. ISBN 978-90-6562-196-2.

P. van der Lugt, J.G. Vogtländer, J.C. Brezet (2009). Bamboo, a Sustainable Solution for Western Europe INBAR Technical Report 30. INBAR, Beijing, China.

J.G. Vogtländer, P. van der Lugt, J.C. Brezet (2010). The sustainability of bamboo products for local and Western European applications; LCAs and land use. Journal of Cleaner Production 18 (2010): pp 1260-1269.

P. van der Lugt (2008). Design Intervention for Stimulating Bamboo Commercialisation - Dutch Design meets Bamboo as a Replicable Model. PhD dissertation. Delft University of Technology & VSSD Publishers, Delft, the Netherlands.
ISBN 978-90-5155-047-4.

Broschüre Moso Nachhaltigkeit

Information Bambus Ökobilanz